Demenz

Tiergestützte Therapie mit an Demenz erkrankten Menschen

Demenz  heißt sinngemäß „ weg vom Geiste“ oder „weg vom Verstand“. Die Demenz ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störungen vieler wichtiger Funktionen, eine Hirnleistungsstörung. Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen, nur das Bewusstsein ist nicht getrübt und genau dort ist unser Therapieansatz. Im Moment leben ca. 1,3 Mio. Menschen in Deutschland mit der Diagnose Demenz!.Tendenz stark steigend.


Ziel der tiergestützten Therapie

Unsere Aufgabe ist es mit den Tieren/Hunden diese Menschen zu halten, zu stützen, zu begleiten, auch ein Stück zu tragen, wenn der Weg zu schwer wird, sowie bei ihnen zu sein, wenn der Weg zu Ende geht.
Da in den nächsten Jahren nicht mit einem größeren Durchbruch zu rechen ist, was die medikamentösen Behandlungen angeht, müssen wir Alternativen schaffen im Sinne von „das beste Medikament, ist die Zuwendung“.

Das Gefühl wird niemals dement!

1. Phase: Anfangsstadium - so erleben es die Betroffenen
  • sie nehmen die Vergesslichkeit wahr, verdrängen dieses Bewusstsein,
  • sie übertragen Fehlerhandlugen auf andere, z.B. der Schlüssel ist weg: er wurde gestohlen!
  • Projektion der eigenen Fehler auf die Umgebung
  • sozialer Rückzug
  • Depressionen
  • große Ängste vor Ablehnung und Überforderung
  • Erschöpfung, Verzweiflung
  • erhebliche Stimmungsschwankungen
  • Aggressivität
  • körperliche Symptome: Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, diffuse Schmerzen
  • gestörter Wach - Schlafrythmus

2. Phase: das Leben im Augenblick
  • das Kurzzeitgedächnis wird immer schlechter
  • das Langzeitgedächnis ist nur noch bedingt abrufbar, welches auch immer schwieriger wird und später dann nur noch zufällige Erinnerungen kommen
  • sie verharren in diesem Moment und halten ihn für die Realität.
  • das Leben wird zum Leben im Augenblick
  • richtiges Deuten von Situationen zerfällt zunehmend
  • Kausalitäten: z.B. die Folgen von dem Anlassen der Herdplatte oder des Wasserhahns werden nicht mehr erkannt.
  • abnehmendes Sozialverhalten - Beschimpfung anderer Menschen sie seinen zu dick oder hässlich, in der Öffentlichkeit in der Nase bohren oder an den Straßenrand urinieren
  • das Verhalten wird geprägt durch das Vergessen der eigenen Vergesslichkeit
  • die Menschen gehen immer weiter in ihrer Welt in ihre Erinnerungen zurück

3. Phase: die Endphase
  • sie können sich nicht oder nur noch ganz schwach verbal mitteilen, zunehmend verblasst auch die nonverbale Kommunikation
  • sie fühlen sich fremd in ihrer Welt und erkennen niemanden mehr auch sich selbst nicht
  • die Menschen sind jetzt vollständig auf Hilfe anderer angewiesen. Es ist lange zu beobachten, dass sie den Kontakt und Nähe suchen.

Therapie mit Demenzerkrankten

Wir arbeiten immer im Hier und Jetzt, das heißt das ist da, wo der Patient sich befindet in seiner Wirklichkeit. Ob er im ersten Stadium ist, wo manchmal noch ein Bezug zu der Wirklichkeit ist im Jetzt und Hier, oder der Patient schon in seiner eigenen Welt lebt, wo wir ihn dort noch besuchen dürfen bis zu dem Moment, wo der Eintritt für uns nicht mehr möglich und erlaubt ist, können wir immer noch über die Zuwendung und Emotionen mit dem Menschen arbeiten.

Ich arbeite bzw. kommuniziere mit den Menschen nicht über die Erkrankung, sondern über das, was er anbietet. Der Hund nimmt alles wahr und geht sofort darauf ein. Der Hund nimmt den Menschen so an wie er ist, ohne daran zu zweifeln, dass irgendwas nicht richtig sein könnte mit dem Menschen.

So wird der Mensch nicht unsicher und kann sich auf den Hund einlassen und hat Vertrauen. In dieser Phase ist noch ganz viel Bewegung und Gespräch möglich. Sie reden mit dem Hund ganz offen, kuscheln sich an ihn heran, streicheln ihn und entspannen sich und können sich so an viele Dinge in ihrem Leben wieder erinnern und werden wieder ruhiger oder im positiven wacher.

Ich möchte die Emotionen pflegen und die Lebensqualität so steigern.

In dieser Phase ist es noch gut möglich, kleine Aktivitäten zu machen, bei denen die Konzentration und Motorik erhalten und gefördert wird. Aufgaben zu verstehen und den Ablauf vom Anfang bis zur Ausführung zu behalten und auch umzusetzen.- z B. mit einem großen Schaumstoffwürfel würfeln, der Hund bring den Würfel, der Mensch zählt dann die Punkte auf dem Würfel, zählt dann Leckerli danach ab und gibt diese dann dem Hund.
Die Handlung des Würfelns ist für diese Menschen ganz schwer – den Würfel loszulassen und dann auch noch mit Schwung. Die Aufgaben haben immer das Ziel für den Menschen dem Hund etwas Gutes tun zu können – Leckerlis füttern oder streicheln und das ist eine super große Motivation und eine große Freude für beide.

Bei den Menschen, die schon in der 2 Stufe angelangt sind, geht es immer mehr um die Nähe, Geborgenheit und die Emotionen, das man sie begleitet und diese Phase noch ein bisschen halten kann. Die Möglichkeit kleinere Aufgaben zu machen wird immer geringer. Ganz einfache ganz kleine Tätigkeiten führen dann aber auch immer noch zum Erfolg – zu ihrem Erfolg. Jede Therapieeinheit wird immer positiv beendet.

Dort, wo der Mensch mich nicht mehr wahrnimmmt, in der Endphase, ist der Hund noch ganz lange in der Wahrnehmung. Auch der starre Blick wird weicher, wenn sie den Hund gefunden haben. Es kommt eine Ruhe auf und auch die Atmung wird ruhiger. Der Hund wird in dem Moment ganz nah an den Menschen platziert. So kann der Hund umarmt werden oder gestreichelt mit meiner Hilfe. Die Menschen, die eine Hinlauftendenz haben (rastlos sind, sich auf den Weg machen) kommen so zur Ruhe und bleiben eine Weile in der positiven jetzigen Situation, in der sie Kraft tanken und gestärkt werden können für das Weitergehen ihrers Weges.

Wir können an vielen Stellen oder Momenten mit der Tiergestützten Therapie gezielt arbeiten. Nicht immer kann man das sehen, was heilsam ist, so wie die Begegnung von Mensch und Tier.

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